Hämorrhoiden: Was sind sie, warum entstehen sie und was hilft bei ihrer Behandlung?
Hämorrhoiden , oft auch „goldene Venen“ genannt, sind erweiterte und gereizte Blutgefäße im After. Sie können innerlich oder äußerlich auftreten.
Innere Hämorrhoiden befinden sich im Rektum und verursachen häufig Blutungen oder Druckgefühl.
Äußere Hämorrhoiden befinden sich in der Nähe des Afters und können schmerzhaft sein, jucken oder unangenehme Schwellungen verursachen.
Dies ist ein sehr häufiges Problem, über das viele Menschen ungern sprechen. In den meisten Fällen lässt es sich jedoch durch angepasste Gewohnheiten, gute Hygiene, Sitzhilfen, Druckentlastung oder Unterstützung der Heilung deutlich lindern. Bei leichten Beschwerden empfehlen Experten, den Stuhl weicher zu machen, viel zu trinken, Ballaststoffe zu sich zu nehmen, beim Stuhlgang nicht zu pressen und geeignete äußerliche Präparate anzuwenden.
Woran merke ich, ob ich Hämorrhoiden habe?
Zu den häufigsten Symptomen zählen Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Druckgefühl im Analbereich. Es können auch hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier, das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung sowie Schwellungen oder Knoten in der Nähe des Afters auftreten. Bei äußeren Hämorrhoiden kann Sitzen unangenehm sein, insbesondere auf einem harten Stuhl oder über längere Zeiträume.
Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass rektale Blutungen nicht immer auf Hämorrhoiden hindeuten. Bei Blutungen, starken Schmerzen, einer Verschlimmerung oder einem Fortbestehen der Symptome ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Besonders wichtig ist professionelle Hilfe, wenn die Behandlung zu Hause innerhalb von etwa einer Woche keine Linderung bringt oder die Schmerzen bzw. Blutungen stark sind.
Warum entstehen Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden entstehen häufig durch Druck auf die Blutgefäße im After. Ursachen hierfür können Verstopfung, starkes Pressen beim Stuhlgang, langes Sitzen auf der Toilette, sitzende Tätigkeiten, Schwangerschaft, Übergewicht, Bewegungsmangel oder das Heben schwerer Gegenstände sein. Das Risiko steigt zudem mit dem Alter.
Es ist daher wichtig, nicht nur die Beschwerden selbst zu behandeln, sondern auch die Ursachen, die Hämorrhoiden verschlimmern. Hilfsmittel können Linderung verschaffen, die besten Ergebnisse werden jedoch durch eine Kombination aus korrekter Sitzhaltung, Hygiene, ausreichend Ballaststoffen und sanftem Stuhlgang erzielt.
Welche Hilfsmittel können bei Hämorrhoiden helfen?
1. Sitzkissen
Sitzen kann bei schmerzhaften oder gereizten Hämorrhoiden sehr unangenehm sein. In solchen Fällen sind spezielle Sitzkissen hilfreich, um den Druck auf den Analbereich zu reduzieren.
Die gebräuchlichsten sind:
Ein Donut-Kissen , ein rundes Kissen mit einem Loch in der Mitte, hilft, empfindliche Bereiche zu entlasten und den direkten Druck beim Sitzen zu reduzieren.

Ein anatomisch geformtes oder orthopädisches Sitzkissen , das das Körpergewicht gleichmäßiger verteilt und eine bequemere Sitzposition ermöglicht.

Ein Gel- oder Memoryschaumkissen ist ideal für langes Sitzen im Büro, im Auto oder zu Hause. Es passt sich dem Körper an und erhöht den Komfort.

Das Kissen behandelt Hämorrhoiden nicht direkt, kann aber Druck, Schmerzen und Reizungen beim Sitzen deutlich lindern. Es eignet sich besonders für Menschen mit sitzender Tätigkeit, Autofahrer, Senioren, Frauen nach der Entbindung oder Personen nach rektalen Eingriffen.
2. Sitzbäder
Ein warmes Sitzbad kann Schmerzen, Juckreiz und Reizungen lindern. Verwenden Sie sauberes, warmes Wasser oder einen speziellen Sitzbadbehälter, der auf die Toilette gestellt werden kann. Das Bad eignet sich besonders nach dem Stuhlgang oder abends vor dem Schlafengehen.
Wärme entspannt den Analbereich, löst Verspannungen und fördert die Hygiene. Bei akuten Schwellungen kann kurzes Kühlen mit einem Tuch – niemals direkter Kontakt mit Eis – manchen Menschen Linderung verschaffen. Ähnliche Hausmittel wie warme Bäder und sanfte Pflege werden auch von medizinischen Quellen zur Linderung leichter Symptome empfohlen.
3. Feuchttücher und sanfte Hygiene
Sanfte Hygiene ist bei Hämorrhoiden wichtig. Herkömmliches, trockenes Toilettenpapier kann die ohnehin schon gereizte Haut zusätzlich reizen. Weiche, alkoholfreie und parfümfreie Feuchttücher oder das Abspülen mit klarem Wasser sind besser geeignet.
Nach dem Waschen sollte man die betroffene Stelle sanft trocken tupfen, nicht reiben. Zu aggressives Reinigen, parfümierte Produkte oder starkes Reiben können Juckreiz und Brennen verschlimmern.
4. Cremes, Gele und Zäpfchen gegen Hämorrhoiden
In Apotheken sind verschiedene Cremes, Salben, Gele und Zäpfchen erhältlich, die Schmerzen, Juckreiz, Schwellungen oder Reizungen lindern können. Einige Präparate wirken beruhigend, während andere Substanzen enthalten, die die Blutgefäße verengen, die Haut schützen oder eine lokale Betäubung bewirken.
Es empfiehlt sich, bei der Auswahl von Medikamenten den Rat eines Apothekers oder Arztes zu befolgen, insbesondere wenn Sie schwanger sind, stillen, starke Schmerzen oder Blutungen haben oder wiederkehrende Beschwerden auftreten. Rezeptfreie Produkte können bei leichten Symptomen Linderung verschaffen, ersetzen aber bei schwerwiegenderen Symptomen keine ärztliche Untersuchung.
5. Ballaststoff- und Stuhlweichmacherpräparate
Eines der wichtigsten Dinge bei Hämorrhoiden ist ein weicher, regelmäßiger Stuhlgang. Harter Stuhl und starkes Pressen gehören zu den Hauptfaktoren, die Hämorrhoiden verschlimmern.
Eine erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen, beispielsweise durch Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Haferflocken, kann hilfreich sein. Auch Ballaststoffpräparate wie Flohsamenschalen können Linderung verschaffen. Sie können Symptome und Blutungen bei Hämorrhoiden reduzieren, sollten aber mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.
6. Toilettenfußstütze
Ein einfacher, aber oft hilfreicher Hocker, den man beim Sitzen auf der Toilette unter die Füße stellt. Durch das Anheben der Knie kann man eine natürlichere Position beim Stuhlgang einnehmen und das Pressen reduzieren. Weniger Pressen bedeutet weniger Druck auf den Analbereich.
Dieses Gerät eignet sich besonders für Menschen mit Verstopfung, hartem Stuhl oder dem Gefühl, beim Stuhlgang pressen zu müssen.
Was sollten Sie vermeiden, wenn Sie Hämorrhoiden haben?
Bei Hämorrhoiden wird empfohlen, beim Stuhlgang nicht zu pressen, nicht lange auf der Toilette zu sitzen, den Stuhlgang nicht zu unterdrücken und längeres Sitzen ohne Pause zu vermeiden. Kurze Spaziergänge, regelmäßige Bewegung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr können helfen.
Von der Verwendung reizender Hygieneprodukte, parfümierter Feuchttücher oder übermäßig heißer Bäder wird abgeraten. Bei Schmerzen und Schwellungen ist es wichtig, die betroffene Stelle nicht unnötig zu reizen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei starken oder wiederholten Blutungen, erheblichen Schmerzen, dunklem oder schwarzem Stuhl, Fieber, Eiter, einer plötzlichen Verschlechterung des Zustands oder wenn sich die Symptome nach einigen Tagen Selbstbehandlung nicht bessern, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Experten weisen darauf hin, dass rektale Blutungen nicht automatisch auf Hämorrhoiden zurückzuführen sind, da sie auch andere Ursachen haben können.
Zusammenfassung
Hämorrhoiden sind ein häufiges und unangenehmes Problem, das sich in den meisten Fällen mit der richtigen Behandlung lindern lässt. Wichtig sind weicher Stuhl, ausreichend Flüssigkeit, Ballaststoffe, sanfte Hygiene und die Vermeidung von Druck auf den After. Praktische Hilfsmittel wie Sitzkissen, Sitzbäder, weiche Feuchttücher, Cremes, Zäpfchen oder ein Toilettenhocker können den Komfort deutlich erhöhen und die Beschwerden im Alltag lindern.
Bei der Wahl eines Heilmittels ist es ratsam, sich auf das Hauptproblem zu konzentrieren: Ein Sitzkissen kann Schmerzen beim Sitzen lindern, sanfte Hygiene und ein Sitzbad helfen bei Reizungen, und Ballaststoffe sowie reichlich Flüssigkeit sind bei Verstopfung hilfreich. Verschlimmern sich die Symptome jedoch, treten Blutungen auf oder kommt es häufig zu einem erneuten Auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
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